Kriegsgefangene

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Ankunft sowjetischer Kriegsgefangener im Herbst 1941 im Stalag VII/A in Moosburg. Foto: Stadtarchiv Moosburg

Die Deutsche Wehrmacht zwang mit Beginn des Russlandfeldzuges sowjetische, französische („Rotspanier“) und italienische Kriegsgefangene („IMIs“ = Italienische Militärinternierte) zur Arbeit in der Rüstungsindustrie. Nach den Bestimmungen des Genfer Kriegsgefangenenabkommens von 1929 war dies verboten. Die Zahl betrug etwa 4,6 Millionen Männer. Die meisten Kriegsgefangenen stammten aus der Sowjetunion (über 2 Mio.), Frankreich (fast 1,3 Mio.) und Italien (etwa 600.000 sog. Militärinternierte). Bei BMW-München arbeiteten im September 1944 etwa 1.800 (überwiegend französische, italienische, russische und polnische) Kriegsgefangene für BMW-Allach, davon mindestens 1.600 russische Kriegsgefangene. Im Flugmotorenwerk Allach kamen etwa 800 italienische Militärinternierte („IMI's”) zum Einsatz. Das BMW-Lager der IMIs lag an der Preußenstraße in Milbertshofen. Gegenüber dem Allacher Flugmotorenwerk hatte BMW an der Dachauer Straße eigens ein Lager für über 600 sowjetische Kriegefangenene errichtet, die darin unter sehr schwierigen Bedingungen lebten. In diesem „Russenlager“ hausten die kriegsgefangenen Sowjetsoldaten in primitiven hölzernen Baracken mit Betonfußboden. Sie schliefen in dreistöckigen Betten unter einer Decke auf fauligen Papierstrohsäcken. In den Baracken gab es keinerlei hygienische Einrichtungen. „Alles war total mit Läusen, Wanzen und Flöhen verseucht.“ 1) Kriegsgefangene aus anderen Nationen arbeiteten ebenfalls in den Zulieferfirmen von BMW oder anderen Firmen der Rüstungsindustrie wie Neumeyer, Cyclo, Süddeutsche Leichtmetall, Südbremse, Hurth, Deckel, Rodenstock, Siemens, Kustermann oder aber auch in Baufirmen wie Waiss & Freitag, Held u. Francke, Leonhard Moll, Sager & Woerner, Rathgeber, Dyckerhoff & Widmann, etc. 2)
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1) Vgl dazu: Josef Bialy, StaA München, Staatsanwaltschaften, 34814/2, Blatt 345 f.
2) Vgl. dazu BMW Group archiv, UF 5671/9.

 

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