Die gegen Kriegsende zunehmend schlechter werdende Versorgungslage begünstigte Krankheit und Tod. Ab Mitte April 1945 trafen zunehmend Evakuierungstransporte aus anderen Lagern in Dachau-Allach ein. Sie erweckten selbst bei abgestumpften Häftlingen das Grauen. So berichtet Hermann Riemer u. a. über einen Transport aus dem KZ-Buchenwald nach Allach: „Am Ende ihrer Kräfte angelangt, wankten und schwankten sie daher, einzeln, zu zweien oder dreien aneinander gelehnt, Gerippe, deren Knochen mit Pergament überspannt schienen. Schemen des Hungers, gegen welche die Darstellungen einer Käte Kollwitz harmlose Karikaturen waren, Todgeweihte, die kaum noch die Kraft besaßen, Fuß vor Fuß zu setzen. (...) Und diese armen, an der Grenze des Lebens taumelnden Geschöpfe wurden noch mit Kolbenhieben von ihren Begleitmannschaften angetrieben! Wir waren so empört, dass wir darüber unsere eigene Situation vergaßen und ihnen über den Zaun zuriefen, dass wir sie alle aufhängen würden, sollten wir noch einmal frei werden. Ein Hohngelächter antwortete uns ... aber es ist vierzehn Tage später in den Wäldern am Tegernsee im Blut erstickt.“ 1)
Die für diesen Transport berichteten Toten, die in den Waggons auf dem Bahnhof Karlsfeld verblieben, wurden nach Häftlingsberichten offiziell registriert, weitere Unterlagen dazu sind jedoch nicht erhalten geblieben. Ein Häftlingsbericht spricht davan, dass man mit den Leichen am Bahnhof Bombentrichter verfüllt habe.
Die im Außenlager verstorbenen wurden in Massengräbern innerhalb und außerhalb des Lagers bestattet, später exhumiert und auf den Dachauer Leitenberg überführt.
Der von der 7. US-Army eingesetzte Lagerkommandeur 1st. Ltd. Charles C. Snyder stellte das gesamte Außenlager bis 28. Mai 1945 unter Quarantäne. Schon vorher waren Typhus, Ruhr und TBC sowie andere Krankheiten im Lager ausgebrochen. Die in den Totenmeldungen am häufigsten angegebenen Ursachen wie „Herz- und Kreislaufversagen” waren eine Folge dieser Krankheiten.
Die Behandlung der Epidemien gegen Kriegsende fand praktisch ohne Medikamente statt. Schwerkranke mussten nach Dachau überstellt werden, die von dort in der Regel nicht mehr zurückkehrten. 2) Als Schwerkrank galt ein Häftling, der länger als 3 Monate krank war. War dies festgestellt, wurde er nach Dachau überstellt, um dort in der „Sterbebaracke“ auf seinen Tod zu warten oder für den „Transport“ nach Hartheim oder Auschwitz selektiert. Dies war der wesentliche Grund, warum viele Häftlinge trotz schwerer Krankheit weiterarbeiteten und ihre Krankheit verheimlichten.
Der Typhusepidemie ab Mitte April 1945 fielen viele KZ-Häftlinge zum Opfer. Eine genaue Zahl anzugeben ist hier nicht möglich. Wir wissen aber von 250 verstorbenen KZ-Häftlingen, die nach der Befreiung des Außenlagers auf dem Feldmochinger Friedhof beerdigt wurden. 3) Nach der Befreiung richtete die US-Army im Kameradschaftshaus in der BMW-Wohnsiedlung Ludwigsfeld provisorisch eine Krankenstation ein.
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1) Hermann Riemer schildert hier die Ankunft des Buchenwalder Transportes aus dem Außenlager Laura-Saalfeld vom 19.4.1945 im KZ-Außenlager Dachau-Allach. Vgl. ITS 1.1.6.1\0001-0189\0135\0013 und ITS 1.1.6.1\0001-0189\0135\0005.
2) Vgl. dazu den Bericht von Johannes Drost vom 2.11.1946 in: Nederlands Institut voor Oorlogsdocumentatie, archiv 250d, Kampen en Gefangenissen, inv. no. 503.
3) Auf dem Feldmochinger Friedhof wurden unmittelbar nach der Befreiung bis 20. Mai 1945 in etwa 250 KZ-Opfer in mehreren, neben und auf dem KZ-Gelände nochmals ca. 200 Opfer in zwei Massengräbern bestattet. 
