Bericht der Rüstungsinspektion VII

Ein Bericht der Rüstungsinspektion VII vom 20. September 1944 bestätigt die von BMW für die Werke Milbertshofen und Allach angegebenen KZ-Lagerbelegzahlen. Die Angabe „Karlsfeld” meint das O.T.-Lager Allach-Karlsfeld, die Angabe „Ludwigsfeld” meint das KZ-Außenlager Dachau-Allach. Die Gesamtbelegungzahl des KZ-Außenlagerkomplexes ergibt sich aus der Summenangabe beider. Zu diesem Zeitpunkt gab es weder „neue Kriegsgefangene" (Redensartlich „eilte die Deutsche Wehrmacht mit dem Sieg in der Tasche” zurück in das Deutsche Reich), noch konnten zusätzliche freiwillige Facharbeiter (Fremdarbeiter) für die Rüstungsindustrie gewonnen werden. Als „Ausweg" wählte die Rüstungsindustrie den vermehrten Einsatz von KZ-Häftlingen, Kriegsgefangenen und Zwangsarbeitern (Männer und Frauen).

 

Nr. Lager m w Nationalität
BMW-Milbertshofen:
1. Schleißheimerstr. 1008 35 Franzosen, Holländer, Italiener, Kroaten, Polen, Tschechen, Ostar., W-Russen, Bulgaren u. a.
2. Leopoldstr. 567 32 Franzosen, Kroaten, Polen, Ukrainer, Ostarbeiter
3. Hirschbergschule 676 Franzosen, Polen, Wallonen
4. Don Pedroschule 356 4 Griechen, Kroaten, Polen, Ukrainer,Ostarbeiter
5. Knorrstr. u. Riesenfeldstr. 128 214 Ostarbeiter, Franzosen, Holländer, Italiener, Kroaten
6. Leipziger Schule 165 Tschechen
7. Arzberger Keller 2 165 Franzosen, Griechen, Holländer, Italiener, Kroaten, Serben, Prot. Ukrainer, W.-Russen [Prot.=Protektorat]
8. Preußenstr. 445 Italiener
BMW-Allach:
1. Ludwigsfeld 981 91 Tschechen, Franzosen, Polen
2. Karlsfeld 1339 K.Z.-Leute
3. Ludwigsfeld 4786 K.Z.-Leute
4. Würm 159 Ostarbeiter, Ukrainer
5. Karlsfeld 1932 Italiener, Tschechen, Franzosen, Holländer, Kroaten
Summen: 12973 706 © by Klaus Mai, München 2026

1) BArch Freiburg RW/17 Archivsignatur: 55 Standort: 22, Magazin: H1 EG, Reihe 188, Regal: 5, Gefach: 5.
2) Aus den Zahlen ergibt sich für den KZ-Außenlagerkomplex Dachau-Allach eine Belegung von 6.153 KZ- Häftlingen. Dies entspricht bis auf eine geringe Abweichung der von BMW für diesen Monat angegebenen Zahl von 5.925 Häftlingen. Der Unterschied erklärt sich aus dem Zeitpunkt der Bestandsaufnahme der Rüstungsinspektion VII, die im ersten Drittel des Monats September erfolgte. Die BMW-Zahl ist dagegen die Summe aller im Monat September 1944 eingesetzten KZ-Häftlinge.

nach oben