
Auch die Insassen ziviler und militärischer Strafgefangenenlager und Gefängnisse wurden im Bergbau, der Landwirtschaft, Bau- und Rüstungsindustrie zur Zwangsarbeit herangezogen. Vorwiegend handelte es sich um Deutsche. Die Gesamtzahl der zur Zwangsarbeit herangezogenen deutschen Strafgefangenen lag geschätzt bei ca. 200.000. So wurden „kriminelle“ Strafgefangene aus dem Münchner Gefängnis Stadelheim direkt nach Dachau bzw. in das KZ-Außenlager Dachau-Allach überstellt. Als „Berufsverbrecher” und damit Träger des „Grünen Winkels” wurden sie im Lager überwiegend als Kapos eingesetzt, galten als besonders roh und brutal. 1)
Innerhalb des „BMW-Wohnlagers Karlsfeld“ befand sich das „Strafgefangenenlager der SS und Polizei“, in dem sich zeitweise über 1.000 SS-Strafgefangene befanden. Alle SS-Strafgefangenen trugen auf dem Rücken und an den Hosenbeinen ein aufgemaltes oder aufgenähtes „Z“, das für Zuchthaus stand. Wie die KZ-Häftlinge mussten auch die SS-Strafgefangenen an 6 Wochentagen im Zweischichtbetrieb jeweils 12 Stunden im Flugmotorenwerk arbeiten. Die Sträflinge wurden täglich von SS-Wachen mit Hunden und Karabinern zur Arbeit getrieben. Nach dem Arbeitseinsatz und am Wochenende mussten sie auf dem Platz hinter dem Lager strafexerzieren. Bereits kleinste Vergehen reichten aus, um in das Straflager im KZ-Dachau zurückverlegt und drakonisch bestraft zu werden. Für die SS-Straflagerhäftlinge in Karlsfeld galten eigene Bestimmungen. So wurden die Häftlinge militärisch gedrillt, das Rauchen sowie die Auslieferung von Paketen an sie war verboten. Auf Ausbruchsversuch und Befehlsverweigerung stand die Todesstrafe. Beinahe jede Woche kam es im Lager zu Exekutionen. Zwischen den beiden Häftlingsgruppen des KZ-Außenlagers und des SS-Straflagers gab es innerhalb des BMW-Werkes wenig Berührungen. 2) Ihr Ersteinsatz im BMW-Flugmotorenwerk erfolgte im Mai 1943. 3)
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1) Vgl. dazu: Otto Brandstein, StaA München, Staatsanwaltschaften, 34814/1, Blatt 49 f. Mit Hilfe der "Grünen" versuchte die SS die Vormachtstellung der "Roten" (politischen) zu unterwandern.
2) Vgl. dazu: Hans Hespe,
3) So waren im Mai 1943 bei BMW in AIlach mehr Häftlinge des SS-Straflagers als KZ-Häftlinge im Arbeitseinsatz. Vgl. dazu: BMW, FOB Monatsbericht AIlach 1943, 3. Ein- und Austritte Lohnempfänger, KZGSD Archiv 22594.
