Das BMW-Wohnlager Ludwigsfeld

Mit Bauantrag vom 2.2.1941 wurde BMW die Erweiterung der westlichen Hallenbauten Nummer 20 und 21 genehmigt. In einem dazugehörigen „Flächennutzungsplan” ist ein „Barackenlager“ östlich der Dachauer Straße gegenüber dem Haupteingang eingezeichnet. Ab September 1941 wurde mit der Planung und dem „Bau zur Unterbringung von ausländischen Fertigungsarbeitern ...“ - späteren Fremd- und Zwangsarbeitern - „gegenüber unserem Allacher Werke (...)“ begonnen, das im Plan vom 12.01.1941 als „Barackenlager I“ oder „Wohnstadt I“ bezeichnet wurde. 4) Insgesamt rechnete BMW für das Werk Allach zu diesem Zeitpunkt mit einem zusätzlichen Bedarf von etwa 7.000  Fremdarbeitern. 

Es entstand für etwa 3.500 Fremdarbeiter nordöstlich an der Dachauer Straße die „Barackenstadt I“, das „BMW-Wohnlager Ludwigsfeld“. Es bestand aus über 20 Holzbaracken, die teilweise mit bewachten Zugängen versehen waren und Fremdarbeiter beherbergten. Fremdarbeiter/-innen waren freiwillige ausländische Arbeiter mit Arbeitsverträgen - die allerdings auch außerhalb des Lagerkomplexes wohnten - und sich nach „Feierabend“ in der Stadt frei bewegen konnten.  Gut erkennbar die Erdbunkeranlagen entlang der Dachauer Straße. Das Verwaltungsgebäude war mit falschem Fachwerk versehen worden.  Das Lager ist 1944 bei Bombenangriffen mehrfach getroffen worden. 
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1) Auffallend ist die „Kraftmeier-Architektur” des Lagers, in dessen Zentrum der Grundriss eines „bizepsposierenden Mannes” erkennbar ist. Die „große Versammlungshalle” sollte vermutlich einen „Kopf” darstellen, Kantine, Verwaltungs- und Lagerbauten die „Arme” und „Beine”. Die hellgrau vom Verfasser eingefärbte Fläche war eine gewalzte Kiesfläche und hatte vermutlich eine Art „Versammlungs- oder Appellplatzfunktion”? Das Wohnlager wurde bis auf den „linken Arm“ so fertiggestellt. Ob die Planung hier einer ideologischen Vorgabe folgte, sei dahingestellt, entsprach aber durchaus den wohnbaupolitischen Vorstellungen der NS-Diktatur. Wie das Würmlager hatte auch dieses Lager einen Kalt- und Warmwasser- sowie Zentralheizungsanschluss über das BMW-Heizkraftwerk erhalten. Vgl. dazu Stadtarchiv München, BAUR-WW-Abg-78 -1-Bund-76-VL-275-II-007. Das im Plan als "Wohnstadt I" bezeichnete Lager hatte Vorbildfunktion. 



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