Das Arbeitserziehungslager Moosach
Häftlinge aus dem Arbeitserziehungslager Moosach 1942 im Reichsbahnausbesserungswerk Freimann: Foto: Privatarchiv Klaus Mai

Das Arbeits- und Erziehungslager der Sicherheitspolizei (SiPo) befand lag in Moosach an der Wildstraße 7 und war seit August 1941 in Betrieb. Es bestand aus vier Baracken. Über das Arbeits- und Erziehungslager der SiPo in Moosach ist wenig bekannt. Im Rahmen von polizeilichen Ermittlungen berichteten Zeugenaussagen Anfang der 50er Jahre von einer Lagerbelegung von 400 bis 500 Häftlingen. Das Lager war umzäunt jedoch ohne Wachtürme und ein reines Männerlager. Die Häftlinge wurden sowohl bei der Arbeit als auch im Lager durch Polizei bewacht. Hauptauftraggeber für die Häftlingsarbeiten waren Rüstungsfirmen wie BMW und andere kriegswichtige Betriebe. Alle befragten Zeugen schildern übereinstimmend ihren Einsatz bei Kabel- oder Geleisverlegearbeiten an der Bahn oder im Reichsbahnausbesserungswerk (RAW) Freimann. Neue Häftlinge mussten zunächst in den Quarantänebereich des Lagers und konnten erst nach einer Woche zur Arbeit eingesetzt werden. Eine Häftlingsbekleidung gab es, manche hatten rote Streifen an der Hose. Die Belegung bestand ausschließlich aus Ausländern und Fremdarbeitern, die in kriegswichtigen Unternehmen (BMW, Südbremse, Krauss-Maffei) arbeiteten. Der Arbeitstag dauerte 12 Stunden mit einer Stunde Pause, die Ernährung war schlecht wie in einem Konzentrationslager. Schläge waren an der Tagesordnung. Ob es wie in anderen Arbeits- und Erziehungslagern Fleckfieber oder Typhusepidemien gab, ist unbekannt. Die Hygieneverhältnisse in diesen Lagern waren katastrophal. Insgesamt kann von KZ-ähnlichen Verhältnissen gesprochen werden. Ob es Tote oder Hinrichtungen gab, ist ebenfalls unbekannt. 

BMW hat von dieser Disziplinierungsmöglichkeit für seine Arbeiter häufig Gebrauch gemacht. Aus dem Werk II in Allach sind 13 Einweisungen dokumentiert. Sie erfolgten im Auftrag des Betriebsführers Dr. Wrba mit Zustimmung der „Betriebsräte“ Gassner und Denk und im Benehmen mit der SS in der Briennerstraße in München. Einweisungsgründe waren unentschuldigtes Wegbleiben von der Arbeit, Zuspätkommen, Arbeitsverweigerung, Aufwiegelei, Handeln mit Essensmarken, Urlaubsüberschreitung, Verlust des Werksausweises, etc. 2)
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1) Vgl. BA Bad Arolsen, 1.1.0.7. Dok. 87767291.
2) Vgl. Staatsarchiv München, SpKA K2012 Wrba Max.

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