Samuel Lilienfeld

Zwei der drei gefundenen Blechmarken lassen sich nicht ganz eindeutig zuordnen. Die auschließlich bei BMW verwendeten Blechmarken dienten als Ersatz für die am Ärmel und Brust aufgenähten meist roten Stoffwinkel. Grund für diese Maßnahme waren Sicherheitsbedenken von BMW. Die Häftlinge arbeiteten im Werk an Dreh-, Fräs- und Bohr- und Hobelmaschinen, in die aufgenähte Kleidungsstücke hineingezogen werden konnten und sich damit die Unfallgefahr deutlich erhöhte. Die im oberen rechteckigen Teil der Marken eingestanzte Ziffer war die Häftlingsnummer. Mit der „Eröffnung“ des Judenlagers am 12. Juli 1944 bekamen auch jüdische Häftlinge solche Blechmarken. Insgesamt waren diese Blechmarken etwas höher. Zwischen der Nummer und dem roten Dreieck wurde ein gelber Streifen zur eindeutigen Markierung der jüdischen KZ-Häftlinge eingemalt. Das rote Dreieck wurde etwa ab Herbst 1943 von den Häftlingen auch dazu benutzt, um ihre Nationalität einzustanzen, z.B. FRA für Frankreich oder LUX für Luxemburg. 

Eine der gefundenen Blechmarken konnte eindeutig Samuel Lilienfeld, * 8. April 1907 in Nyirbator, # 70885, Kaufmann, verheiratet, 7 Kinder, Jude und Ungar zugeordnet werden. Samuel Lilienfeld wurde am 18. Juni 1944 von Kisvarda (Ungarn) in das KZ-Auschwitz-Birkenau überstellt. Am 11. Juli 1944 traf er mit 815 anderen Juden im Lager Rothschwaige ein. 3)  Er arbeitete zuächst im O.T.-Baukommando beim Aufbau des O.T.-Lagers Allach-Karlsfeld. Am 24. Februar 1945 wurde er von dort in das Waldlager nach Mühldorf überstellt. 4) 

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1) Grabungsbericht zur archäologischen Maßnahme M-2016-7-2, München, M: KZ-Außenlager Allach, G-2016+2017, Seite 43.
2) ITS 1.1.6.1\0001-0189\0141\0028 ff. Der Häftling Samuel Lilienfeld ist in dieser Liste unter der Nummer 483 aufgeführt.
3) Registriert im Zugangsbuch Dachau: ITS\1.1.6.1\0001-0189\0025\0062.
4) Personal-Karte, Vgl. https://collections.arolsen-archives.org/de/document/10178469.

5) Vgl. ITS 1.1.6.1\0001-0189\0145A\0102.

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