
Häftling im KZ-Außenlager Dachau-Allach
„Frage: Wann sind Sie in das NL [Nebenlager] KarIsfeId gekommen? Antw.: Am 3.7.44 wurde ich vom KL Dachau zum NL Karlsfeld abgeordnet. In Dachau war ich Häftling. 1) Frage: Welche Aufgabe hatten Sie im Nebenlager Karlsfeld?
Antw.: Ich bin dort als Hilfs-Kapo eingesetzt gewesen.
Frage: Ist Ihnen das ,Knoll-Kommando‘ bekannt?
Antw.: Ja, ich bin zusammen mit fünf weiteren Hilfs-Kapos dem Kommando ,Knoll‘ unterstanden. 2)
Frage: Welche Aufgabe hatte ein Hilfs-Kapo im ,Knoll-Kommando‘?
Antw: Da wir als Hilfs-Kapos selbst Häftlinge waren, ist uns lediglich die Aufgabe übertragen worden, die anderen Häftlinge zur Arbeit anzuhalten. Wir hatten nicht die Aufgabe, andere Häftlinge zu bestrafen. Auch wohnten wir im NL Karlsfeld keinen Hinrichtungen bei. Ich selbst habe während meiner Zeit in Karlsfeld von keinen Hinrichtungen gehört. Da bereits 1944 damit gerechnet wurde, daß wir befreit wurden, ist niemand mehr hingerichtet worden.
Frage: Können Sie sich heute noch an Namen anderer Kapos erinnern?
Antw: Ich kann mich lediglich noch an einen Oberkapo Knoll erinnern. Außerdem ist mir noch ein weiterer Hilfskapo bekannt. Er heißt Zimmermann. 3) Seinen Vornamen habe ich vergessen. Ich glaube, dass Zimmermann aus dem Rheinland war. Es könnte sein, dass er früher in Köln wohnhaft war. Weitere Namen sind mir nicht mehr im Gedächtnis.
Frage: Können Sie sich noch an andere Namen im NL Karlsfeld erinnern?
Antw: Ich kann mich nur noch an den Lagerführer Jarolin erinnern, dies deshalb, da Knoll und Jarolin brutale Persönlichkeiten waren und nach dem Krieg durch den Amerikaner hingerichtet wurden.
Frage: Können Sie Angaben über den jungen SS-Arzt geben?
Antw: Nein, ein junger SS-Arzt ist mir überhaupt nicht in Erinnerung. Im Lager Karlsfeld musste ich keinen Arzt mehr wegen einer Krankheit befragen, weshalb ich mit keinem Arzt zu tun hatte.

Frage: Wer war im NL Karlsfeld vor Jarolin Lagerführer?
Antw: Wer vor Jarolin Lagerführer war, weiß ich nicht. Jarolin ist dort erst Lagerführer geworden, als ich selbst in dieses Lager abkommandiert wurde.
habe ich mich bis zur Befreiung im Jahre 1945 aufgehalten. Soweit ich mich noch erinnere, ist das NL Karlsfeld ,Rothschwaige‘ genannt worden. Mehr kann ich zur Sache nicht sagen.“ 5)
Frage: Ist ihnen das ,Moll-Kommando‘ bekannt? 4)
Antw: Mir ist der Name ,Moll-Kommando‘ nicht geläufig. Ich habe diesen Namen heute bei der Polizei zum ersten Mal gehört. Ich könnte mir vorstellen, dass dies ein Schreibfehler ist. Ich bin bis ungefähr September 1944 im NL Karlsfeld [0.T.-Lager AIlach-Karlsfeld] gewesen. Ungefähr um diese Zeit ist dieses Lager aufgelöst worden. Es wurde vom Lager AIlach übernommen. Dort
Das Moll-Kommando „war nach der Firma Leonhard Moll benannt - von den Häftlingen auch als Eisenbahnkommando“ bezeichnet. Diese Häftlinge schütteten das sog. Mollgleis auf, das vom heutigen Karlsfelder See (Moll-See“) nach Süden über die Würm östlich des BMW-Wohnlagers Ludwigsfeld vorbei und einer Holzbrücke über die Dachauer Straße zum Rangierbahnhofgelände führte und nach der Dachauer Straße ein Gleisstrang direkt in das BMW-Firmengelände führte. Auf diesem Gleis wurde u.a. der Kies für den Rangierbahnhof per Bahn transportiert.
Nach dem Foto befand sich Josef Zepf bereits am 15.9.1939 im Gewahrsam der Kriminalpolizei in Kehl am Rhein. Man kann davon weiter ausgehen, dass Zepf im Anschluss an seine Verhaftung von der Stapo in das KZ-Sachsenhausen überstellt wurde. Von dort wurde er erstmals am 6.3.1940 in das Konzentrationslager Dachau überstellt, am 4.9.1940 wieder nach Sachsenhausen rücküberstellt. Vier Monate später, am 8.9.1940 kam Zepf nach BuchenwaId, von dort am 19.5.1941 erneut in das KZ-Dachau. Wie aus den Aufzeichnungen auf der „Geldverwendungskarte“ unten hervorgeht, erhielt Zepf vom 20.5.1941 bis Januar 1943 auf sein Konto monatlich regelmäßige Gutschriften zwischen 15 und 20 RM. 6)
Am 24.7.1943 empfing sein Vater Wilhelm Zepf in Karlsruhe in der Brunnenstr. 4 von der Effektenverwaltung aus dem KZ-Dachau die Effekten seines Sohnes. Von Dachau wurde er am 12.8.1944 als Kapo in das O.T.-Lager Allach-Karlsfeld [Judenlager] überstellt. Nach eigenen Angaben war er dort als Hilfs-Kapo u.a. im „Eisenbahnkommando“ unter dem Kapo Christof Knoll eingesetzt. 7) Die SS war offenbar mir seiner Kapo-Funktion in dem „Eisenbahnkommando“ zufrieden, so dass er ab 12.8.1944 in Allach-Karlsfeld als Kapo im O.T.-Lager Allach-Karlsfeld eingesetzt wurde. 8) Dieser Einsatz wurde für einen Tag unterbrochen, als er wegen „Krankheit“ am 3.10.1944 in das KZ-Dachau gebracht, am 4.10.1944 von dort wieder rücküberstellt wurde.
9) Josef Zepf wurde am 30.4.1945 in Allach befreit.
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1) Josef Zepf, * 21.5.1913, # 25468, Händler, Sch., AZR, led., 3 Kinder, kath., Deutscher. Vgl. ITS 1.1.6.7\ZAL-ZIF\1174. Zepf wurde am 19.3.1941 mit 12 weiteren Häftlingen aus dem KZ-Buchenwald in Dachau registriert. Vgl. ITS 1.1.61\0001-0189 \0028\0105. Ab 12.9.1944 Hilfs-Kapo im O.T.-Lager Allach-Karlsfeld („Judenlager“). Vgl. ITS 1.1.6.1\0001-0189\0141\0027.
2) Christof Knoll, * 20.4.1895, # 45061, Schneidermeister, Sch., gesch., 2 Kinder, Deutscher. Kapo.
3) Fritz Zimmermann, * 5.6.1914 in Metz, # 623, Hilfsarbeiter, Sch SAW, led., ev., Deutscher. Kapo. Vgl. ITS \1.1.6.7\ZIG-ZZ\0171.
4) Das Moll-Kommando „war nach der Baufirma Leonhard Moll benannt - von den Häftlingen auch als Eisenbahnkommando“ bezeichnet. Diese Häftlinge schütteten das sog. Mollgleis auf, das vom heutigen Karlsfelder See („Moll-See“) nach Süden über die Würm östlich des BMW-Wohnlagers Ludwigsfeld vorbei und einer Holzbrücke über die Dachauer Straße direkt in das BMW-Firmengelände führte. Auf diesem Gleis wurde u.a. der Kies für den Rangierbahnhof per Bahn transportiert.
5) Josef Zepf, StaA München, Staatsanwaltschaften, 34814/2, Blatt 347 f.
6) Siehe dazu Geldverwendungskarte und Foto in ITS 1.1.6.2\ZANN-ZETS\00112845\.
